Es ist jetzt zwei Wochen her, seit Canva die große Neuerung losgelassen hat. Viele Nutzer waren gespannt, was genau mit der Kreativsoftware passieren würde. Inzwischen ist klar: Alle drei Programme sind in einer einzigen Anwendung gelandet – inklusive Abo-Modell. Dass das früher oder später passieren würde, war wohl zu befürchten. Meine persönliche Meinung:

Eines nehme ich Canva allerdings übel: das gebrochene Versprechen, das bei der Übernahme von Serif gemacht wurde. Damals hieß es:
„Wir wissen, dass dieses Modell ein zentraler Bestandteil des Affinity-Angebots war und werden auch in Zukunft unbefristete Lizenzen anbieten.“
Quelle: https://www.canva.com/newsroom/news/affinity-canva-pledge/

Tja – und jetzt? Eine Lizenz kann man schlicht nicht mehr kaufen. Ich kann Affinity also nur noch so lange nutzen, wie es funktioniert. Ehrlich gesagt will ich gar nicht wissen, ob sich Version 2 in zwei oder drei Jahren noch aktivieren lässt. Für den Heimgebrauch werde ich sie jedenfalls weiterverwenden.

Die einzelnen Programme gibt es nicht mehr, und kaufen kann man sie ebenfalls nicht. Meine persönliche Erwartung war eine ganz andere. Und warum bitte hat Canva die Serif-Community-Foren geschlossen? Die Kritik war doch längst absehbar.

In der ursprünglichen Übernahmeankündigung stand übrigens unter Punkt 4:

„Wir sind bestrebt, auf jedem Schritt dieses Weges auf die Design-Community zu hören und uns von ihr leiten zu lassen.“
(Quelle wie oben.)
Ach ja? Klar. Wenn ich jemandem „zuhören“ will, stecke ich mir auch erstmal In-Ear-Kopfhörer rein und drehe die Musik auf. Liebes Canva, verarscht wen anders.

Meine Laune war nach der Ankündigung sowieso schon im Keller, aber ich hab mir das neue Ding trotzdem angeschaut. Serif hatte vorher dieses schöne Dreieckslogo, das sich konsequent durch alle Programme gezogen hat. Das mochte ich wirklich gern. Jetzt öffne ich die neue Version – und sehe drei hässliche „A“. Geschmackssache, klar, aber man erkennt sofort, wer hier das Ruder übernommen hat. Wenn das Grün wirklich „Gift“ symbolisieren soll, hat Canva wenigstens das gut hinbekommen.

Um fair zu bleiben: Es gibt inzwischen einen Bildnachzeichner. Schön und gut. Doch dann schaue ich mir die KI-Funktionen an – und natürlich funktioniert nichts, ohne vorher 12 Euro im Monat zu zahlen.

Und was bekommt man dafür? Eine „KI-Erweitern“-Funktion, das Adobe schon 2010 mit „inhaltsbasierte Füllen“ Photoshop CS5 eingeführt hat. Ich habe testweise eine größere PDF mit verschwommener Grafik geöffnet und wollte sie hochskalieren. Ergebnis: Die Software ist mehrfach abgestürzt und konnte die Grafik nicht verarbeiten. V1 und V2 kann ich mich nicht erinnern das ich jemals diesen Fall hatte.

Ich bin raus. Für den Scheiß bezahle ich kein Geld. Sorry für die Wortwahl – aber ich bin schlicht stinksauer.

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