Die dritte Woche im Qualifying war wahrlich ein Wechselbad der Gefühle. Im Ganzen war die Woche vom Thema mega angenehm, was auch am Trainer lag. Dieser war im Vergleich zur letzten Woche deutlich entspannter und der Humoranteil lag bei +300%.
Auch hier gehe ich weniger auf die Einzelheiten ein, weil wie schon erwähnt nach uns eine Gruppe folgt und wir alle gemeinsam um die wenigen Plätze kämpfen. Um überhaupt am Qualifying teilnehmen zu können, musste ich von Dezember bis Anfang April warten. Hätte ich da einen Blog mit mehr Details gefunden, hätte es mir auch sehr geholfen, besonders diese Woche.

Bis zur Prüfung war im Ganzen der positive Teil. Die Inhalte wurden sehr gut erklärt und unsere Gruppe hat inzwischen eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Ich denke, so wie wir aktuell aufgestellt sind, könnten wir direkt den Kurs antreten. Aber ob es auch jeder schaffen kann, wäre auch die andere Frage. Deswegen gibt es ja diese 5 Wochen.
In Woche 2 & 3 war ich positiv überrascht, wie gut mir das Lernen gelingt. Jede Woche hat mit der Frage angefangen: „Was zum Teufel mache ich hier und wie soll ich das in den 2 Jahren jemals schaffen?“ Das liegt aber mehr daran, dass im ersten Überblick vieles extrem kompliziert erscheint und im Laufe der Woche aufgearbeitet wird. Dabei sind dann die großen Fragezeichen meistens verschwunden. Man kann also sagen, dass ich inhaltlich gut folgen kann, aber der Ablauf an sich mir etwas alles vermiest. Genaugenommen hatte ich diese Woche gleich 2 Endgegner. Wir lernen jede Woche ein neues Thema und am Freitag ist bereits der Test. Also keine Phase, in der man alles ruhig einmal verarbeiten kann. Wir haben heute schon in der Runde die Witze gemacht, dass wir nach den 5 Wochen eh nichts mehr wissen. Das wird auch so sein. Multiple-Choice-Test klingt erst mal sehr leicht. Für mich ist aber hier das Problem, dass eine falsche Antwort mir einen Punkt von einer richtigen Antwort wieder abzieht. Ich stelle mir buchstäblich selbst ein Bein. Gefährliches Halbwissen in Bestform. Es war noch nie so zutreffend wie in diesen Wochen. Und wir haben nicht nur 4 Auswahlmöglichkeiten, es sind auch mal 7 oder 8! Ich denke, wenn wir bei der Theorie eine mündliche Prüfung gehabt hätten, wäre meine Punktzahl diesmal deutlich höher gewesen. Zu viele Auswahlmöglichkeiten haben mich diesmal doch etwas aus der Bahn geworfen.
Nun ja, aber das war nicht der eigentliche Endgegner. 2020 habe ich teils extrem viel Wissen verloren, weil ich wegen meiner Erkrankung damals extrem schlecht auf das Antibiotikum reagiert habe. Ich hatte mindestens 2 extrem starke epileptische Anfälle, an die ich mich auch absolut nicht erinnern kann. Ich bin plötzlich im Krankenhaus zu mir gekommen und hatte absolut keine Ahnung, wie ich da hingekommen bin. Danach musste ich das Autofahren teils neu lernen sowie alles Wichtige, was ich in meiner beruflichen Ausbildung hatte. Was ich bis heute aber nicht neu gelernt habe oder lernen konnte, war das Kopfrechnen. Selbst einfache Aufgaben muss ich teils komplett zerstückeln, bis ich auf das Ergebnis komme. Und in der Prüfung war Rechnen nicht unwichtig. Nun aber: Wir durften keinen Taschenrechner verwenden. Und das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen! In der Theorie hatte ich den ganzen Prozess verstanden und war glücklich über das, was ich bis zum Morgen rechnen konnte. Aber ohne Taschenrechner waren einige Punkte für mich nicht zu erreichen. Es ist, als wenn man einen Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche dazu bringen möchte, auf einmal richtig zu sehen. Jedenfalls habe ich mich so gefühlt.

Aber um zum Fazit zu kommen: Etwas Gutes hat die Sache. Die Lernkurve war bis zur Wochenmitte recht niedrig und zum Schluss doch hoch. Mein Handicap kann ich mit etwas weiterer Übung in den Griff bekommen. Eine Woche reicht dafür nicht aus, aber es motiviert, am Thema unabhängig vom Kurs dranzubleiben. Schauen wir mal, was die letzten beiden Wochen noch für Überraschungen parat haben.



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